Home
Familie
Rasse
Jagd
Erlebnisse
Teenagererlebnisse
Welpen
Fotoalbum
Links

 

Hallo, ich bin Dolly, ein Border Terrier Mädchen. Aber das würde man nicht denken, weil ich genauso viel und gut arbeite, wie die Border Jungs.                                           Davon werde ich euch jetzt mal ein Erlebnis erzählen.

Eines Sonntag nachmittags hatte ich mir gerade ein Nest gebaut und wollte auf dem großen Kissen schlummern, als Herrchen kam, ganz in grün angezogen und zu mir sagte: „Komm Dolly, lass uns losgehen!“

Wie der Blitz rannte ich zum Auto und 2 Minuten später waren wir im Revier. Wir mussten dann zu Fuß zum Hochsitz; es war ein Riesenbaum mit Gartenhaus oben drauf. Ich krabbelte in Herrchens Rucksack und er trug mich hoch. Oben angekommen, setzte ich mich sofort auf meinen Platz, links neben Herrchen. Und dann durfte ich rumgucken – „Mann, kann ich von hier weit sehen!“ Ich war hellwach und mir entging nichts, dabei saß ich ganz still. Obwohl mir das sonst immer sehr schwer fällt! Vor uns war ein Stoppelfeld und ich dachte: „schön, vielleicht kriegen wir einen Fuchs“. Ich guckte aufmerksam umher, aber ich habe nichts gesehen, bestimmt 2 Stunden lang. Ein Blick zu Herrchen – er hatte die Augen zu – also musste ich Wache halten, jetzt war ich Chef! Noch ein Blick nach links: nichts!, ein Blick nach rechts: nichts!, auch mir fielen fast die Augen zu.  Aber Moment – es roch nach..., es roch nach... WILDSCHWEIN !

Aber wo war es?? Blick nach links, nach rechts, geradeaus, zu Herrchen, er war wieder wach und sah sich um, sagte aber: „Nee Dolly, da ist nichts, bleib schön ruhig.“  Aber ich spürte, das da etwas war und dann wusste ich: „ES war rechts!” Ich musste Herrchen das zeigen! Also blieb mein Blick nach rechts gerichtet und aus lauter Freude vibrierte mein ganzer Border Körper. Nun wusste auch Herrchen: „da IST etwas!“ Er nahm sein Fernglas und sah nach rechts. Und auf einem Mal vibrierte auch er, bestimmt weil er sich auch so freute wie ich. Dann sahen wir ES beide: ein Riesenmonster, größer als ein Labrador! Ich blickte wieder zu Herrchen, der hatte seine Waffe schon fertig und vibrierte immer noch. Ich dachte: „jetzt geht‘s los!“, aber mit einem Mal: nichts, das Wildschwein war verschwunden – zurück ins Maisfeld. Wir haben gewartet und gewartet bis es dunkel wurde, dann sind wir nach Hause gefahren.    Die ganze Fahrt über war Herrchen sehr still.

In dieser Nacht habe ich von dem Riesenmonster laut geträumt.

Den ganzen Montag habe ich Asti und Betty von dem Monster erzählt, denn es war größer als jeder Rottweiler.

Montagabend stand Herrchen wieder vor mir, wieder ganz in grün. Betty und Asti haben sich gefreut, sie dachten wohl, sie kommen mit, weil sie schon erfahrene Wildschweinjäger sind. Aber Herrchen hat MICH mitgenommen!!

Und zwar zur gleichen Stelle wie gestern. Aber heute war es anders! Keiner von uns hat nach links oder geradeaus geguckt, sondern nur nach rechts zum Maisfeld.

Nach einer viertel Stunde hatte ich das Wildschwein wieder in der Nase! Mann, war ich aufgeregt! Ich habe gezittert und meine Nackenhaare standen zu Berge. Und so habe ich Herrchen gezeigt, dass das Wildschwein gleich kommt.

Mit einem Mal hat es geknallt, aber fragt nicht, wie laut das war! Herrchen hat dann ganz in Ruhe gewartet, seine Sachen zusammengepackt und ist mit mir vom Hochsitz  gestiegen. Wir sind in Richtung Wildschwein gegangen, aber zur Hälfte des Weges wurde ich „abgelegt“ und musste warten.

Herrchen ist weiter gegangen und hat sich dabei suchend umgesehen. Das hat gedauert und gedauert.... Irgendwann ist er zurück gekommen und hat aus dem Rucksack meine Spezial-Leine, man nennt das Schweißriemen, hervor geholt.      „Toll“, habe ich gedacht, „ich kann endlich arbeiten!“ Dann bin ich mit Herrchen zum Feldrand gegangen und wir haben uns das zusammen angeguckt. Nun wusste ich, ein Wildschwein und es ist getroffen. Herrchen gab Kommando: „Such mein Hund!” Nach ein paar Minuten am „strammen Riemen“ habe ich gemerkt, wir sind fast da. Jetzt wollte ich den Riemen nicht mehr haben und habe mich hingelegt (wie bei Kommando: „down“) bis Herrchen kam und die Halsung abgenommen hat.

Von da ab durfte ich alleine arbeiten! Aber ich musste vorsichtig sein, denn es könnte gefährlich werden. Nach ein paar Metern konnte ich „ES“ sehen, aber es bewegte sich nicht mehr. Vorsichtig ging ich heran bis auf 1 Meter und „gab Laut“. Ich habe wie ein Riesen-Terrier Laut gegeben, bis Herrchen bei mir war, denn alleine konnte ich dieses Riesenmonster ja nicht zum Auto ziehen! Herrchen hat mich sooo gelobt, das klang fast wie „Laut geben“.

Aber nun hatten wir ein Problem: wir mussten das Riesenmonster in unser Auto bringen und das hat gedauert und gedauert.....

Bis wir dann endlich zu Hause waren, war es schon dunkel geworden. Herrchen hat sich so gefreut, und ich erst! Ich habe Asti und Betty erzählt „wir haben ein Wildschwein so groß wie ein Pony!“ Aber die beiden haben ihre Köpfe nur zur Seite gedreht  und gemeint: „es gibt keine Wildschweine, die so groß wie Ponys sind!“.

Dann sind wir alle in den Garten zum Bestaunen gelaufen und ich durfte zuerst raus, denn es war ja MEIN Riesen-Wildschwein! Betty und Asti mussten dann aber doch zugeben, dass es groß ist – aber wohl doch nicht ganz so groß wie ein Pony.....

 

 

 

Und hier seht ihr mich auf MEINEM Wildschwein!

A Working Terrier !

Von uns Border Terriern wird behauptet, wir seien in erster Linie Arbeitsterrier, wie es der englische Rassestandard vorschreibt: “essentially a working Terrier”. Heute möchte ich euch mal von meiner Arbeit erzählen. Ich bin drei Jahre alt und heiße Betty.                                                                                       Wenn mein Herrchen Sonntagabend seine Reisetasche packt, dann weiß ich schon, es geht wieder los auf Montage. Und ich fahre mit! Meine sieben Sachen habe ich schnell zusammengesucht, am wichtigsten sind mein Ball und mein Kauknochen. (Obwohl ich auf der Arbeit hierfür kaum Zeit haben werde.)       Montagmorgen um 4 Uhr geht es los. Alle sind noch ganz verschlafen, nur ich nicht, denn ich bin ganz aufgeregt. Während der langen Anreise überlege ich mir, vielleicht ein wenig zu dösen. Aber andererseits muss ich doch aufpassen, dass mein Chef (damit meine ich Herrchen) und seine Kollegen sich nicht verfahren. Deshalb schaue ich lieber aus dem Fenster, ob wir noch richtig sind.    Nach Ewigkeiten, also ca. einer Million Stunden (mein Chef behauptet, es waren vier), sind wir endlich am Ziel. Jetzt nichts wie raus aus der Blechkiste und flitzen. Oh, fremde Menschen! Die muss ich sofort begrüßen!

So, noch mal die Gegend abschnüffeln und dann geht’s los.

Heute werden wir ein ganz tiefes Loch ausheben, sagt mein Chef; wir zwei sind nämlich Baggerfahrer. Das heißt, er fährt und ich passe auf, dass er alles richtig macht. Deshalb behalte ich ständig die Baggerschaufel im Auge. Das riesige Ding ist immer in Bewegung, und damit mir wirklich nichts entgeht, bewege ich meinen Kopf synchron mit der Schaufel hin und her.

Ich mache meine Arbeit so gut, dass ich sehr viele Fans unter den Dorfbewohnern habe, die nur kommen, um mir zuzusehen. Sie lachen und freuen sich, als hätten sie gerade einen Kauknochen bekommen. Ich kann den Menschenauflauf gar nicht verstehen: Wissen die denn nicht, dass Border Arbeitsterrier sind?

Um 13 Uhr ist Mittagspause. Am liebsten würde ich ja auf dem Bagger bleiben, denn wann ist man schon mal so groß und kann so weit gucken. Aber Hunger habe ich auch. Außerdem lasse ich meinen Chef nur ungern alleine. Nach unserem Mittagssnack ist noch Zeit zum Rumalbern, denn spielen muss sein. Und auf der Baustelle gibt es so viele tolle Dinge, mit denen Hund spielen kann.   Doch dann müssen wir wieder zurück zu unserem Bagger mit seiner Metallpfote. Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich es schon komisch, dass man einen Bagger braucht, wo doch jeder Terrier mit seinen Pfoten so schöne Löcher buddeln kann. Aber wenn die Menschen das so haben wollen, ich bin ja anpassungsfähig. Die Arbeitskollegen, die sonst noch so auf der Baustelle herumwuseln, muss ich auch ständig beobachten; nicht, dass noch was passiert! Manchmal, wenn mein Chef gerade mal nicht da ist, darf ich auf den Fahresitz und das Steuer übernehmen.

Wie ihr sehen könnt, bin ich ganz aufmerksam bei der Sache, als Baggerfahrermädchen trägt man schließlich Verantwortung. Doch wenn mein Chef zurück kommt, freue ich mich ganz wahnsinnig und gehe wieder an meinen gewohnten Platz vorne am Fenster.

Dann so gegen 18 Uhr ist Feierabend. Puh, war das ein langer Tag! Ich bin jetzt doch ziemlich müde, aber stolz, dass wir so viel geschafft haben. Obwohl, eigentlich ist jetzt Zeit zum Spielen. Und wieder stehe ich voll im Mittelpunkt. Alle wollen mit mir toben, aber mit ihren zwei Beinen sind sie längst nicht so schnell wie ich. Nachdem ich sie mit meinem Terriertemperament müde gemacht habe, geht’s ab in unser Quartier. Jetzt habe ich aber Hunger! Wie gut, dass mein Chef an mein Essen gedacht hat.

 

Dann rufen wir noch schnell zu Hause an und erzählen von unserem Tag, denn Frauchen will immer alles ganz genau wissen. Eigentlich bin ich rattenfertig und schlafe fast im Stehen ein, aber ich könnte ja noch was Wichtiges verpassen! Deshalb: immer ein Auge offen lassen! Und morgen, da werde ich wieder ein Arbeitsterrier sein.

Eure Betty